Wie läuft eigentlich das Arbeitsleben ab? Alltag eines Wirtschaftsingenieurstudenten

Liebe Leser/innen,

als ich noch Schüler war, konnte ich mir oft gar nicht vorstellen, wie das Arbeitsleben abläuft. Ein paar Jahre später möchte ich hier einen Einblick für diejenigen geben, die vielleicht an einem ähnlichen Punkt sind, an dem ich war.

Was macht ein dualer Student während seiner Praxisphase? Das hängt ganz von der Studienrichtung ab, also grenzen wir die Frage auf meinen Bereich ein: Wirtschaftsingenieurwesen.

Leider gibt es auch hier keine eindeutige Antwort. Wir sind sieben Studenten in diese Richtung, und haben alle einen völlig unterschiedlichen Alltag.
Was sich nicht unterscheidet, ist das Arbeitsumfeld. Als Schüler wird man sich wundern, wie wenig man über das Arbeitsleben wusste, bis man erst einmal eine gewisse Zeit lang gearbeitet hat, und sich an das “Arbeitsleben” gewöhnt hat.
Der Umgang mit den Menschen ist anders, es gibt andere Richtlinien. Man hat sich gesitteter zu verhalten, als in der Schule, oder es kann schon einmal vorkommen, dass man einen Rüffel bekommt. Aber wie gesagt – daran gewöhnt man sich.
Die Menschen um einen herum sind jetzt nicht mehr irgendwelche Menschen auf der Straße, sondern Kollegen. Das bedeutet, dass man sich grüßt, auch wenn man sich nicht kennt, und immer alle Formen der Höflichkeit aufbringt.
Auch die Kleidung passt sich an. Es gibt vielleicht keine geschriebene Regel, aber man erscheint nicht im Tanktop und Jogginghose auf der Arbeit. Obwohl es manche tun, muss man natürlich auch nicht im Anzug kommen, ein T-Shirt zum Beispiel reicht in der Regel. Bei Festo haben wir auch ausreichend Arbeitskleidung gestellt bekommen, die sich fast am Besten zum täglichen Tragen eignet, da muss man sich keine Gedanken machen, was falsch, oder was richtig ist.

Nun aber doch zum Alltag. Für uns sieben wurde  jeweils ein Projekt in der Technologiefabrik Scharnhausen gefunden, allerdings in ganz unterschiedlichen Abteilungen. Da waren Logistik, Instandhaltung, Elektronik, Montage und Innerbetriebliche Abteilungen dabei, also weit gestreut. Ebenso die Projekte, die weit auseinander gingen. Bei manchen Projekten hatte man wirklich das Gefühl, etwas zum Kollektiv beizutragen, und etwas zu verändern, obwohl man noch jung ist, bei anderen vielleicht eher nicht, und fand diese Arbeit nicht so interessant. Es kommt vor, aber es gibt nun mal auch nicht immer super coole Aufgaben für jeden, wobei die Ausbilder ja auch nicht wissen können, was die Einzelnen als super cool empfinden.

Ich durfte in meiner Abteilung eine Umfrage durchführen, bei der ich viele Teamleiter aus den verschiedensten Bereichen kennengelernt habe, und auch, wo sich diese Bereiche befinden (das Werk ist groß), um sie an der Umfrage teilnehmen zu lassen. In enger Zusammenarbeit mit meinen zugehörigen “Paten” werte ich die Umfragen anschließend so aus, dass ich sie dem Führungskreis der Abteilung so präsentieren kann, dass dieser wichtige Schlüsse daraus ziehen und evtl. handeln kann. Bei ca. 50 Befragten ist das gar keine so leichte Aufgabe, aber die Kollegen helfen weiter, wenn man mal nicht weiter wissen sollte, und so macht mir die Arbeit täglich Spaß – mal mehr, mal weniger – aber ich gehe gerne zur Arbeit und darauf kommt es schließlich an.

 

Sem Schade
DH-Student, Richtung Wirtschaftsingenieurwesen

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