Studieren an der dualen Hochschule – wie läuft das ab?

Hallo miteinander,

ist die DH (duale Hochschule) nicht voll stressig? Hat man da überhaupt noch ein Leben? Ist das Erlernte hilfreich? Das und mehr erfahrt ihr hier.

Nachdem ich letztes Mal über den Ablauf während der Praxisphase berichtet habe, widme ich mich dieses Mal der Theoriephase.

Die DHBW Stuttgart ist eine tolle Hochschule. Sie bietet viele Informationen, Unterstützungen und kümmert sich im Regelfall gut um die Studenten, außerdem gibt es eine Menge Aktivitäten, die drum herum angeboten werden. Beispielsweise organisiert die Hochschulsportorganisation ständig Turniere, und Aktionen, bei denen man einfach teilnehmen kann, wie zum Beispiel den Stuttgartlauf, oder Lasertag spielen. Desweiteren kann man ständig an Seminaren teilnehmen – kostenlos – wie zum Beispiel ein Rhetorik-Workshop, Business-Knigge oder Englischkursen.

Nun aber zum Inhalt. Wir sind in einem Kurs von 30 Studenten aus verschiedenen Kursen. Neben unserem Kurs gibt es noch drei weitere Wirtschaftsingenieurkurse mit je 30 Studenten. Es ist etwas wie in der Schule, eine neue Klasse also. Interessant hierbei ist, zu erfahren, aus welchen Firmen die anderen kommen und wo sie wohnen. Manche aus unserem Kurs kommen aus Norddeutschland (z.B. Kiel) und ziehen während der Theoriephase nach Stuttgart.

Wie auch an der Schule haben wir verschiedene Fächer, im ersten Semester waren das Mathe 1 , Statistik 1, Werkstoffkunde, VWL, BWL, Technische Mechanik 1 und Informatik. Im zweiten waren es Mathe 2, Statistik 2, Technische Mechanik 2, Konstruktionslehre 1, BWL, Recht, Informatik, CAD. Man sieht also, manche Fächer kommen einem bekannt vor, andere weniger. Fakt ist, dass jedes Fach von Grund auf erklärt wird, heißt, es kann jeder mit jedem Vorwissen schaffen.  Jetzt kommt der Haken an der Sache, das Tempo der Vorlesungen (=Unterricht) ist sehr hoch. Man bekommt ein Skript, das während des ganzen Semesters vom Dozenten (=Lehrer) bis zum Ende behandelt wird, heißt, dort steht alles drin, was wir brauchen, allerdings kann es auch mal 200 Seiten dick sein. Keine Angst, hier gewöhnt man sich schnell dran. Anders als in der Schule wird nicht mehr so viel wert darauf gelegt, dass es alle verstanden haben. Es wird einfach weitergemacht. Wer es nicht verstanden hat, muss es mit dem Skript und evtl einem Kommilitonen (Mitstudent) nachholen.

Und plötzlich sind wir schon bei der Kernfrage, ob das Studium, schwer ist, oder nicht. Wer die Vorlesungen immer wieder nachbereitet, zum Beispiel im Zug, oder noch ein paar Aufgaben zu Hause oder im Freibad macht, wird es mit dem Studium nicht schwer haben. Wer das nicht macht, und einfach zur nächsten Vorlesung geht, wird spätestens in der Prüfungszeit ordentlich ins Schwitzen kommen.

Also: Wer das Studium annimmt, und auch immer wieder ein bisschen Zeit investiert (1-1,5h täglich), wird das Studium gut schaffen, und auch noch für andere Dinge Zeit finden.

Übrigens ist hierbei auch ein gutes Zeitmanagement hilfreich. Kleines Beispiel: Ein üblicher Unitag fängt um 8:30 Uhr an. Bis dahin fahre ich 30 Minuten Zug. Im Zug könnte ich schlafen, oder am Handy spielen, oder aber ich gehe nochmal mein Skript der letzten Vorlesung durch oder mache eine Aufgabe. Der Tag endet um 15:45 Uhr, zurück geht es wieder im Zug, auf den man noch 20 Minuten warten muss. Wenn ich diese Zeit, in der ich sowieso nichts anderes machen kann, nutze, um noch einmal meine Inhalte durchzugehen, habe ich schon ein gutes Pensum erledigt. Zu Hause setze ich mich dann nochmal eine halbe Stunde hin, und fühle mich dann super, weil ich schon alles erledigt habe, und in der nächsten Vorlesung gut mitkommen werde. Es ist jetzt 17 Uhr, und ich habe bis zum Schlafengehen 5-6 Stunden Zeit, zu tun, was mir Spaß macht. Freibad, Freunde, Sport, ganz egal.

Also man sieht, das Studium ist machbar, und man hat auch noch nebenher Zeit.

Zur Prüfungsphase, und wie sehr man die Inhalte brauchen kann, sage ich nächstes Mal etwas.

Bis dann, haut rein!

Sem Schade  DH-Student, Richtung Wirtschaftsingenieurwesen

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