Workcamp in Pancevo, Serbien

Hallo Zusammen,

Festo gab mir die Chance einen Auslandsaufenthalt in Form eines Workcamps machen zu dürfen.

Nach längerem Überlegen habe ich mich dann dazu entschieden das Workcamp in Pancevo, einer relativ großen Stadt in der Nähe von Belgrad zu machen. Der Hintergrund eines Workcamps ist immer ein soziales Projekt, dass von mehreren Freiwilligen aus der ganzen Welt zusammen angepackt wird.

Unser Projekt bestand darin, kaputte Fahrräder zu reparieren, die dann später für den täglichen Gebrauch in Pancevo ausgeliehen werden.

Ich wurde sehr herzlich bei meiner Ankunft empfangen, mir wurden unser „Arbeitsplatz“ und auch die anderen Räume wie das Schlafzimmer oder die Küche gezeigt. Die Umstellung auf Englisch war anfangs etwas schwierig, hat sich aber schnell gelindert, da wir uns unter einander sehr gut verstanden haben und dadurch auch sehr schnell unsere Englisch-Kenntnisse verbessert haben. Die anderen Freiwilligen kamen aus Japan, Italien, Spanien, Russland, Polen, Tschechien, Frankreich, Serbien und Schottland. Es war eine sehr nette Gruppe, wir haben uns sehr gut verstanden und haben auch jeden Abend etwas zusammen unternommen.

An einem Wochenende waren wir auf dem Bierfestival in Belgrad, es ist dort bekannt als das größte Festival im ganzen Balkan. Auf dem Festival war eine große Bühne aufgebaut, vor der mehrere tausend Leute standen und kräftig mitsangen und auch dazu tanzten.

Unsere Teamleiter, auch Campleader genannt, waren sehr nett und witzig. Wir haben am ersten Tag Küchenteams festgelegt, bei der sich jeder einen anderen Partner geschnappt hat, mit dem er dann an einem oder an mehreren der 13 Tage zusammen gekocht hat. Es gab somit jeden Tag frisches, traditionelles Essen aus den Ländern der jeweiligen Köche. Hat sehr lecker geschmeckt und war eine tolle Erfahrung, da es meist Gerichte gab, von denen man selbst noch nie etwas gehört hat.

Am ersten Arbeitstag haben wir eine kurze Besprechung gehabt, wer welche Arbeit erledigt. Ich habe mich dann für die Gartenarbeit entschieden, da das Wetter mitgespielt hat. Meine Aufgabe bestand darin, den Garten von Stroh, Dreck und Müll zu befreien. Nach dem Ende des ersten Arbeitstages haben wir noch eine Stadtbesichtigung mit anschließendem Restaurantaufenthalt unternommen.

Die nächsten fünf Tage konnte ich leider nicht an der Arbeit und dem Freizeitprogramm teilnehmen, da ich krankheitsbedingt ausfiel.

Als ich dann wieder gesund war, konnte ich dann auch weiter an meinem Fahrrad arbeiten. An diesem Tag schmirgelten wir kräftig den Rost am Fahrrad ab, damit wir in den kommenden Tagen unser Fahrrad bemalen und verzieren konnten.

Das gemeinsame Arbeiten mit den anderen Freiwilligen hat ohne Probleme geklappt, man hat sich gegenseitig geholfen und auch mal abgewechselt, falls jemand nicht mehr konnte.

Wir haben am Abend immer ausgemacht, wann wir gemeinsam Frühstücken und wann wir anfangen zu Arbeiten.

Die Arbeitszeiten waren unterschiedlich, manchmal haben wir nur vier Stunden am Tag gearbeitet, manchmal aber auch sieben oder acht. Dies hing oft auch davon ab, ob wir alle Materialien zum Arbeiten hatten, da manchmal noch kurzfristig etwas besorgt wurde.

Nachdem der Rost komplett von unseren Fahrrädern verschwunden war, fingen wir an uns unsere Farben selbst zusammen zu mischen. Mit diesen Farben bemalten wir dann unsere Fahrräder nach Lust und Laune, hier war der Kreativität keine Grenze gesetzt. Anschließend haben wir noch die fehlenden Teile (Reifen, Kette, Bremsen, etc.) am Fahrrad montiert, sodass wir uns am letzten Tag noch mit über 100 Einwohnern von Pancevo zu einer Fahrradtour treffen konnten. Um die Tour beliebt zu machen, haben wir am Tag davor sehr viele Leute in Pancevo’s Innenstadt angesprochen, ob sie Lust hätten daran teilzunehmen. Damit unsere „Werbung“ nicht in Vergessenheit geriet, haben wir zusätzlich noch Flyer verteilt, auf denen die wichtigen Daten nochmal notiert waren.

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Fazit:

Das Workcamp hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich würde es auf jeden Fall wieder machen, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte. Einer der wichtigsten Punkte war auf jeden Fall der Austausch über die unterschiedlichen Kulturen, sowie die Möglichkeit länderübergreifend Kontakte zu knüpfen.

Für mich war es zwar eine Umstellung, was Privatsphäre, Hygiene und auch das Essverhalten angeht, da in Serbien die Standards leider noch nicht denen von uns in Deutschland entsprechen, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran, wenn man es akzeptiert. Vielen Dank für die Möglichkeit an diesem tollen Projekt teilgenommen zu haben.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Marco Rieger

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