Workcamp Sizilien

Hallo zusammen,

ich möchte euch heute von meinem Workcamp auf Sizilien berichten. Ich bin im 2. Lehrjahr zur Industriekauffrau und habe von Festo die Möglichkeit bekommen, für zwei Wochen an einem internationalen Workcamp teilzunehmen.

Jetzt fragen sich bestimmt ein paar von euch, was denn ein Workcamp genau ist? Hier die Erklärung: ein Workcamp ist ein Camp, in dem Jugendliche aus der ganzen Welt zusammen kommen um eine gemeinnützige Arbeit zu machen. Die Campsprache ist Englisch. In dem Sinn hat das Camp nichts mit „Festo-Arbeit“ zu tun, aber Festo unterstützt diese Art von Auslandseinsatz.

Mein Workcamp war auf Sizilien, genauer gesagt in Gela, einer Stadt im Süden der Insel.

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Am ersten Tag ging es für mich schon früh morgens am Flughafen von Stuttgart los. Zunächst mit dem Flugzeug nach Sizilien und dann weiter mit dem Bus nach Gela. Während meiner Anreise stieg meine Nervosität sehr. Was würde mich dort unten erwarten? Was für Leute treffe ich dort an? Wie sieht der Tagesablauf aus? Klappt die Verständigung auf Englisch? Wie funktioniert das Zusammenleben? Was genau müssen wir arbeiten? Fragen über Fragen, auf die ich alle noch keine Antwort hatte. Also blieb mir wohl nichts anderes übrig, als mich überraschen zu lassen…

 

In Gela angekommen wurde ich direkt sehr herzlich von dem Campleiter Giuseppe empfangen und begrüßt mit Küsschen rechts, Küsschen links, so wie man das hier in Italien typischerweise macht. Er brachte mich zu der Schule, in der wir die Zeit über untergebracht waren. Dort traf ich auf die anderen Campteilnehmer. Sie kamen aus Spanien, Frankreich, Weißrussland, Türkei, Griechenland, Ukraine, Russland, Taiwan, Serbien und Italien und waren alle super lieb. Ich habe mich direkt wohl gefühlt.

Hier ein Gruppenbild:

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Der erste Abend diente dem Ankommen und dem Kennenlernen. Wir teilten Gruppen ein, die für verschiedene Haushaltsaufgaben verantwortlich waren, wie z.B. Müll wegbringen, Bad putzen oder Frühstück vorbereiten. Also wie ein WG-Leben.

Die weiteren Tage liefen wie folgt ab: morgens frühstückten wir gemeinsam um 7 Uhr und ab 8 Uhr arbeiteten wir dann den ganzen Morgen in einer Ausgrabungsstätte. Dort entfernten wir Pflanzen und Gestrüpp von den Mauerresten mit Heckenscheren, Rechen, Schubkarren und Besen, um die Ausgrabungsstätte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wir teilten uns in mehrere kleine Teams auf, die jeden Tag gewechselt wurden. Die Arbeit hat zusammen wirklich sehr gut

funktioniert und viel Spaß gemacht. Der Campleiter Giuseppe war sehr zufrieden mit uns.

 

Am Anfang sowie am Ende des Camps kamen sogar die Presse und das Fernsehen mit Journalisten, die über uns berichteten. Für die Leute dort war das wirklich ein Highlight, das wir da waren und an der Ausgrabungsstätte gearbeitet haben.

Hier mal ein Bild von der Ausgrabungsstätte links vorher, rechts nachher:

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Nachmittags hatten wir dann Freizeit. Meistens haben wir ein bisschen Siesta gemacht und waren anschließend noch am Strand.

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Abends gab es dann viele Veranstaltungen in der Stadt, zu denen uns der Campleiter Giuseppe einlud. So waren wir abends sehr oft bei Open-Air-Konzerten dabei oder im Theater.

Am Wochenende hatten wir dann ebenfalls Zeit zur freien Verfügung. Wir haben ein paar Mal mit der gesamten Gruppe andere Städte auf der Insel besichtigt. Das war ebenfalls sehr schön.

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Und jetzt noch zu der Frage wie das so mit Englisch funktioniert hat: ihr müsst wissen, dass ich bis auf das Englisch in der Schule noch nie wirklich Englisch praktisch angewendet habe. Am Anfang hat es ein paar Tage gebraucht, bis ich in dem Englischmodus drin war. Ich wollte so viele Sachen sagen, die ich auf Englisch aber irgendwie nicht formulieren konnte. Oder ich habe in meine Englischsätze auf einmal Deutsche Wörter gemixt. Das gab sich aber mit der Zeit. Gegen Ende hat man wirklich einfach drauf losgeredet ohne so viel zu überlegen. Und wenn man mal ein Wort nicht wusste, hatte man ja immer noch Hände und Füße mit denen man sich verständigen konnte. Das war auch oft sehr witzig.

Alles in allem muss ich sagen, dass es eine geniale Zeit war! Ich durfte so viel über die verschiedenen Kulturen erfahren und mein Englisch hat sich echt auch verbessert. Die Organisatoren vor Ort waren so herzlich und offen, sodass ich mich wirklich super wohl gefühlt habe. Der Abschied ist uns allen echt schwer gefallen nach dieser Zeit. Ich hoffe, dass ich zu einigen Teilnehmern Kontakt halten kann.

Ich bin wirklich sehr dankbar von Festo die Möglichkeit bekommen zu haben, an so einem Workcamp teilzunehmen. Ich würde es jedem, der die Chance dazu hat, empfehlen.

 

Sabrina Meyer (Industriekauffrau, 2. Lehrjahr)

 

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