Fräst du noch oder Druckst du schon ?

Hallo liebe Leser,

seit mittlerweile über 10 Jahren gibt es bei FESTO die Möglichkeit, Teile mit Hilfe eines “3D- Druckers” zu erstellen. Doch wann ist das sinnvoll und wieso macht das nicht einfach jeder so ?

Im Folgenden können Sie sich einen kleinen Überblick in die Technik des “3D- Druckens” verschaffen.Prinzipiell teilt sich das Fertigungsverfahren in zwei Gruppen auf. Hier gibt es auf der einen Seite additive (hinzufügende) Verfahren und auf der Anderen, die generativen (erstellenden) Verfahren. Zum Verständnis hier eine kurze Erklärung. Bei der additiven Fertigung wird das Werkstück räumlich auf einer Grundplatte aufgebaut. Im Gegensatz dazu werden bei der generativen Fertigung schrittweise hauchdünne Schichten aufgetragen und Schicht für Schicht mit einem Laser ausgehärtet sodass das Werkstück im Pulverbett erstellt wird und danach “ausgegraben” werden kann.

Doch warum macht man das überhaupt und auf der anderen Seite, warum macht man das nicht einfach mit jedem Bauteil.

Zunächst kann man sagen, dass “3D- Drucken” mit vielen verschiedenen Werkstoffen möglich ist, z.B. Stahl, Kunststoff, Aluminium oder auch Harze. Der größte Vorteil, welcher dieses Verfahren aber so einzigartig macht, ist die Möglichkeit Hohlräume oder geschlossene Systeme erstellen zu können. Wo man nach herkömmlicher Weise zwei oder mehrere Teile fertigen muss um diese anschließend miteinander zu verkleben oder zu verschweißen, ist es mit dieser Methoden möglich Teile mit komplexen Innenkonturen zu erschaffen. Auch voll funktionsfähige Systeme können in einem Arbeitsgang erstellt werden. Doch nun erneut zu der Frage wieso diese Technik nicht auf alle Bauteile angewandt wird.

Der größte Nachteil ist ganz klar die Zeit. Um monatelange Lieferzeiten zu vermeiden ist die spanende Fertigung als Hauptfertigungsverfahren unentbehrlich. Nicht nur, dass die Laufzeit des Druckprozesses mehrere Stunden bzw. Tage beansprucht, sondern auch die Tatsache, dass jedes Bauteil bis ins kleinste Detail als 3D Modell am Computer erstellt werden, und nach dem Druck “ausgegraben” und gereinigt werden muss, macht dieses Verfahren zur Zeit noch für die Serienfertigung in unserem Betrieb uninteressant.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass das Fertigungsverfahren “3D- Drucken”  nur in Spezialfällen Anwendung findet und dort auch unentbehrlich ist aber auf Grund des hohen zeitlichen Aufwandes (noch) nicht in der Lage ist die spanende Serienfertigung zu ersetzen. Was mich persönlich als Zerspanungsmechaniker natürlich freut =)

 

Viele Grüße Stefan Weggler

(Zerspanungsmechaniker 4.LJ)

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